Das GlühwürmchenEin KäferEs ist schon erstaunlich, dass diese Tierchen ihre eigene Taschenlampe dabei haben. Schon manchem verliebten Paar hat das romantische Licht von Glühwürmchen eine Sommernacht verschönt.Die Glühwürmchen sind keine Würmer, sondern Käfer. Den Namen haben sie von dem wurmförmigen, meist flügellosen Weibchen. Für diese kleinen Insekten hat das Leuchten mit Fortpflanzung zu tun: Das Flimmern stammt vor allem von Männchen, die durch die Dunkelheit fliegend eine Braut suchen und sich mit dem Lichtspiel den Insektendamen nähern, worauf die Auserwählten mit passenden Flirtblitzen antworten. Rhythmus und Dauer der Liebesbotschaften sind bei den weltweit über 2000 existierenden Arten unterschiedlich und zeitlich sehr präzise, denn offenbar hat jede einzelne Art einen festgelegten Leuchtcode. Wie entsteht das Leuchten?Das Licht der Tierchen - das ist schon länger bekannt - entsteht durch Biolumineszenz. Das am Rücken der Käfer sitzende Leuchtorgan enthält dazu Tausende lichtproduzierender Zellen (Photozyten). Sie sind dicht gepackt mit dem Leuchtstoff Luciferin und dem Enzym Luciferase.Luciferin reagiert unter Einwirkung des Enzyms mit Sauerstoff, und durch die frei werdende Energie beginnt das Glühwürmchen zu leuchten. Die "Laterne" brennt allerdings nicht immer, weil der zur Reizauslösung nötige Sauerstoff meist schon in den "Kraftwerken" der Zellen, den so genannten Mitochondrien, verbraucht wird. Forscher haben entdeckt, dass die Lampe eingeschaltet wird, indem ein chemisches Signal - das Gas Stickstoffmonoxid (NO) - den Sauerstoffverbrauch der Mitochondrien senkt. Dazu lässt es den Zellstoffwechsel der Photozyten erlahmen, um das Leuchten in Gang zu setzen. Kurios ist, dass dieses Gas beim Menschen eine ganz andere Wirkung zeigt: Es hilft im Gehirn bei der Kommunikation von Nervenzellen und informiert die Blutgefäße, wenn sie sich weiten sollen (in ähnlicher Weise wirkt Viagra). |
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